#23 Schlüsselfrage: Welchen Einfluss nimmt die Politik auf die globale Wirtschaftsentwicklung,

und was bedeutet das für die internationalen Geschäftsstrategien von Unternehmen?

In den letzten zehn Jahren ist eine zunehmende Einflussnahme der Politik auf die freien Kräfte der Weltwirtschaft festzustellen: Nationalstaatliche Wirtschaftsegoismen, getrieben durch die politischen Interessen von Regierungen sowie den persönlich motivierten Ambitionen ihrer Führungen, greifen zur Durchsetzung ihrer Ziele in die auf Wertschöpfung ausgerichteten globalen Wirtschaftsmechanismen ein:

  • Multiplizierung klageanhängiger Dispute zwischen internationalen Staaten und Wirtschaftsgemeinschaften in den letzten fünf Jahren
  • Vermehrte Disruption des globalen Wirtschaftsgefüges durch Handelskriege, Wirtschaftsembargos, Austritte aus Staatengemeinschaften, Aufkündigungen supranationaler Wirtschaftsgemeinschaften sowie der Blockade global agierender Wirtschaftsorganisationen
  • Sprunghafter Anstieg politisch getriebener restriktiver Investitionsregulierungen zu Lasten ausländischer Investoren ab 2017
  • Staatliche Reglementierung von Börsengängen privatwirtschaftlicher Organisationen
  • Wettbewerbspolitisch getriebene staatliche Subventionen einheimischer nationaler Großunternehmen
  • Ausschluss internationaler Konzerne aus nationalen Märkten
  • Verminderung der Wettbewerbsfähigkeit ausländischer Unternehmen durch Wirtschaftsprotektionismus der einheimischen Unternehmen, u.a.

-Erschwerung ausländischer Wareneinfuhr: Erhöhung von Importzöllen, Erhebung zusätzlicher Einfuhrabgaben, restriktive Abfertigung
-Rigide Auflagen und Genehmigungsverfahren für ausländische Wettbewerber
-Beschaffungsvorgaben für ausländische Unternehmen zu Gunsten einheimischer Lieferanten
-Benachteiligung internationaler Unternehmen bei nationalen Vergabeverfahren für Großprojekte 

Politisch getriebener Wirtschaftsegoismus birgt erhebliche wettbewerbsstrategische und ertragsbeeinträchtigende Gefahrenpotenziale für international engagierte Unternehmen bis hin zur Existenzgefährdung. Insofern ist es bei der Entwicklung ausländischer Märkte empfehlenswert, ein tiefes vorausschauendes Verständnis über die politischen Entwicklungen, ihre Schlüsselpersonen und die sie treibenden Einflussfaktoren zu gewinnen, noch bevor Marktengagements in Gang gesetzt werden. Geeignete Netzwerke in den ausländischen Zielmärkten und deren persönliche Inanspruchnahme durch die obersten Führungsverantwortlichen des expansionsorientierten Unternehmens ist hierzu ein erfolgversprechendes Instrument. Weiterhin ist seitens des internationalisierenden Unternehmens auf eine ausgewogene Balance ihres Auslandsportfolios zu achten, so das keine existenzgefährdenden Umsatzabhängigkeiten von potenziell risikoträchtigen Ländern oder Wirtschaftsgemeinschaften entsteht.

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